Neuer Ortsbeauftragter des THW Berchtesgadener Land offiziell im Amt

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Feierliche Amtseinführung von Justus Bossenmaier – Dank an scheidende Führung

Im Haus der Kultur in Ainring ist am 10. November 2025 Justus Bossenmaier offiziell als neuer Ortsbeauftragter des Technischen Hilfswerks Berchtesgadener Land (THW BGL) in sein Amt eingeführt worden. Mit ihm endet eine intensive und verantwortungsvolle Amtszeit seines Vorgängers Ulrich Hasenöhrl sowie der stellvertretenden Ortsbeauftragten Dr. Thomas Wellenhofer und Michael Helminger. Zur Feierstunde waren zahlreiche Vertreter aus Politik, Behörden und befreundeten Hilfsorganisationen erschienen, die damit auch ihre langjährige Verbundenheit zum THW ausdrückten.
Moderator Günter Rauscher begrüßte die Gäste und wies darauf hin, dass die ursprüngliche Veranstaltung aufgrund der Hochwasserlage im letzten Jahr abgesagt werden musste und jetzt nachgeholt werde.


Rückblick auf neun bewegte Jahre


Ulrich Hasenöhrl, seit 2015 Ortsbeauftragter, nutzte seine Rede für einen persönlichen Rückblick auf die Einsätze und Entwicklungen der vergangenen Jahre. Auf seinen Amtsantritt folgte unmittelbar die damalige Flüchtlingskrise, in der das THW Berchtesgadener Land über viele Monate hinweg gefordert war. Kaum war diese Lage abgearbeitet, folgte 2016 die Flutkatastrophe in Simbach am Inn, bei der der Ortsverband rund zwei Wochen lang im Einsatz war.
Weitere große Lagen prägten die folgende Zeit: die Schneekatastrophe Anfang 2019, die dreijährige Corona-Pandemie, Starkregenereignisse im Landkreis sowie der umfangreiche bundesweite Einsatz nach der Flut im Ahrtal. Auch bei der Ukraine-Flüchtlingsbewegung ab 2022 unterstützten die Helferinnen und Helfer über Monate die Bundespolizei.
Trotz hoher Einsatzbelastung sei es gelungen, Ausbildung und Ausstattung des Ortsverbands auf neuesten Stand zu bringen, so Hasenöhrl. Die Anschaffung eines leistungsfähigen Krans durch den Helferverein sowie die kontinuierliche Modernisierung des Fuhrparks nannte er als besondere Meilensteine. Ein großes Ziel blieb jedoch unerreicht: der Neubau einer Unterkunft, der mangels Bundesmittel nicht realisiert werden konnte. Nach seinem Ausscheiden am 31. März 2024 auf eigenen Wunsch bleibt Hasenöhrl jedoch dem THW treu – als Zugtruppführer sowie in der Ausbildungsarbeit.
Auch Dr. Thomas Wellenhofer blickte auf seine Zeit als stellvertretender Ortsbeauftragter zurück. Besonders hob er ein Projekt hervor, das ihm sehr am Herzen lag: die Organisation einer Grundausbildung speziell für Flüchtlinge 2018 und 2019. Trotz sprachlicher Hürden und knapper Unterlagen in arabischer Sprache gelang es, mehrere Geflüchtete auszubilden. Zudem initiierte Wellenhofer einen Seniorendienst, um ehemalige Helfer wieder zu aktivieren. Er bleibt dem THW als Baufachberater und Vertreter des Landesverbandes in Fachgremien erhalten.
Michael Helminger bedankte sich nach seinem eigenen Rückblick für die vertrauensvolle Zusammenarbeit, bedauerte jedoch zuletzt aus privaten Gründen weniger aktiv gewesen zu sein.
Anschließend ergriff der neue Ortsbeauftragte Justus Bossenmaier das Wort. Der 27-Jährige ist seit rund zehn Jahren Mitglied im THW und übernahm im April 2024 bereits die Rolle des stellvertretenden Ortsbeauftragten und ab März 2025 offiziell die Führung des Ortsverbandes als
Ortsbeauftragter. Für ihn sei das THW nicht nur Freizeitbeschäftigung, sondern „Leidenschaft und Berufung“.
Zu seinen wichtigsten Zielen zählen die Stärkung der Nachwuchsarbeit, eine praxisorientierte Ausbildung sowie die Sicherstellung der Einsatzfähigkeit im Zivilschutz. Gerade vor dem Hintergrund aktueller politischer Entwicklungen komme dem THW hier eine wachsende Bedeutung zu. Gleichzeitig betonte Bossenmaier, dass Kameradschaft und gegenseitige Unterstützung der Schlüssel für erfolgreiche Einsätze seien. Einen stellvertretenden Ortsbeauftragten gibt es aktuell noch nicht – die Aufgaben müssen daher vorerst auf mehr Schultern im Führungsteam verteilt werden.
Der Landesbeauftragte des THW Bayern, Dr. Fritz-Helge Voß, führte die offizielle Amtsübergabe durch und würdigte die erfolgreiche Zusammenarbeit mit der bisherigen Ortsverbandsführung. Die Aufgaben des THW hätten seit Beginn des Ukrainekriegs nochmals deutlich an Bedeutung gewonnen, betonte er. Gerade deshalb freue es ihn, einen engagierten jungen Nachfolger im Amt begrüßen zu können.
Anschließend sprachen Vertreter von Landkreis, Gemeinden, Bundespolizei, Polizei und Feuerwehr Grußworte. Sie dankten der scheidenden Führung für ihre Arbeit und betonten die wichtige Rolle des THW im Hilfeleistungssystem des Landkreises – besonders sichtbar bei der Versorgung während der Corona-Pandemie oder bei gemeinsamen Großeinsätzen.
Mit einem gemeinsamen Abendessen und vielen Gesprächen klang der Abend in kameradschaftlicher Atmosphäre aus.

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