28.03.2019

Vielseitige Anforderungen an die THW-Helfer

Zugführer Konstantin Krause berichtet beim Jahresrückblick über Ausbildungen, Übungen und Einsätze.

Der Berichtszeitraum geht immer von einem Jahresrückblick zum nächsten. Daher gab es vor allem durch den Katastrophenfall Schnee im Januar dieses Jahres viel zu erzählen. Allein im sogenannten K-Fall leisteten die 54 im Einsatz befindlichen Helfer des THW Ortsverbandes Berchtesgadener Land über 4.000 Einsatzstunden, dazu kommt dann noch die Nachbereitung. Im Jahr 2018 wurden von den Helfern insgesamt etwa 15.000 Stunden geleistet, davon 511 für Einsätze, der Rest für allgemeine Dienste, Ausbildung und Jugendarbeit, natürlich alles ehrenamtlich.

Im Zuge des Schneechaos gab es zwei Wochen nach dem Katastrophenfall einen weiteren Einsatz für die THW’ler. Im Bergwald an der Materialseilbahn zum Purtschellerhaus war ein Baum aufgrund der Schneelast umgefallen und in die Seilbahn gestürzt. Nach über 200 Höhenmeter Anmarsch – jeder mit eigener Ausrüstung (Schneeschuhe und Tourenski) und durchschnittlich 15 Kilo Werkzeug im Gepäck – musste die Fichte mithilfe eines Seilzugsystems gesichert und gefällt werden. Somit war die Seilbahn wieder einsatzfähig.

Außerdem standen im Jahr 2019 noch ein Einsatz für das ESS (Einsatzstellensicherungssystem) in Pilsting, sowie für den Baufachberater bei einem teilweise eingestürzten Baugerüst in Traunstein auf dem Programm. Desweiteren fuhren die THW’ler zu Ferienbeginn bzw. -ende in Schichten auf die Autobahn A8 zwischen Walserberg und Bernauer Berg als Unterstützung der Autobahnpolizei, um dort für Sicherheit der Verkehrsteilnehmer zu sorgen. Der letzte Einsatz war dann der Einsturz eines Gebäudes in Traunstein, bei dem Gebäudeteile auf die Bundesstraße gestürzt waren.

Auch im vergangenen Jahr 2018 gab es einige Einsätze bei denen das technische Knowhow des THW gefragt war. In Traunreut hatte unter einem Vordach eine größere Menge Kartonage Feuer gefangen und die Flammen hatten bereits auf das Dach des Gebäudes übergegriffen. Mithilfe der Einsatzrettungsspinne des Ortsverbandes konnte das Brandgut auf die angrenzende Straße verbracht, dort von der Feuerwehr vollständig abgelöscht und abtransportiert werden.

Auch eine Sachgüterbergung nach einem Wohnhausbrand, ein Baufachberatereinsatz nach einem Brand in Waldkraiburg, die Beseitigung eines vom Herbststurm umgeworfenen Baumes aus einem Bach mithilfe der Einsatzrettungsspinne und ein Einsatz für das ESS nach einer Gasexplosion in der Nähe von Vilsbiburg standen auf dem Einsatz-Plan.

Aber nicht nur Einsätze beschäftigten die Helfer des THW seit dem letzten Jahresrückblick im März letzten Jahres. Auch viele Ausbildungen und Übungen standen auf dem Programm. Neben Ausbildungen zum Kranführer, Gabelstaplerfahrer, Erdbaumaschinenführer, Motorsägenführer und einer Fortbildung für Bootsführer, gab es auch mehrere Ausbildungen zum Thema „Urban search and rescue“. Dies ist die Bezeichnung für Rettungseinsätze mit Gebäudeschäden. Hier galt es beispielsweise eine „verschüttete Person“ aus einem angenommenen eingestürzten Gebäude zu befreien. Diese musste zunächst mithilfe der Endoskopkamera geortet werden um sie dann durch einen vertikalen Deckendurchbruch retten zu können.

Bevor es mit dem Einsatz losgehen kann, muss jeder Helfer die Grundausbildung absolvieren. Unter Leitung des Ausbildungsbeauftragten Stefan Bauer bestanden im letzten Jahr fünf neue Helfer die Prüfung, zwei davon sogar mit 100% in Theorie und Praxis.

Der Zugführer berichtete außerdem über die großangelegte OV-Übung in einer Kiesgrube in Marktschellenberg, bei der gemeinsam mit dem THW Ortsverband Traunreut, der Feuerwehr Marktschellenberg und dem Roten Kreuz Berchtesgaden ein Murenabgang beübt wurde. Hier kamen auch Verletztendarsteller zum Einsatz, um die Übung für alle Beteiligten möglichst realistisch zu gestalten. Während eine Bergungsgruppe einen „Patienten“ aus einem abgestürzten PKW befreite, musste eine weitere eine „vermisste Person“ in einem Wartungsgang finden und befreien.

Auch einige öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen wie die Präsentation des Ortsverbandes bei der Eröffnung des Feuerwehr-Kompetenzzentrums in Gendorf, das alljährliche Ferienprogramm, Schützen-, Trachten- und Feuerwehrfest und das Stadtfest in Bad Reichenhall sowie die Autoshow in Freilassing meisterten die Helfer. In den eigenen Reihen gab es vier Hochzeiten zu verzeichnen und auch zwei Erste-Hilfe-Kurse wurden veranstaltet.

Zum Schluss kam der Zugführer nochmal auf den Schnee-Einsatz im Januar zu sprechen. Er erklärte, dass es bereits am Wochenende vor dem Ausrufen des Katastrophenfalls im Rahmen des Autobahndienstes zu mehreren Einsätzen wegen umgestürzter Bäume kam. Danach entwickelte sich die Lage kontinuierlich fort. Bereits drei Tage später ging im Bereich Marktschellenberg eine Lawine ab. An diesem Tag begann auch der Einsatz für die Baufachberater des Ortsverbandes, um auf einigen Gebäuden die Schneelasten zu messen. Nachdem am nächsten Tag der K-Fall ausgerufen wurde, wuchs sowohl die Anzahl der betroffenen Gebäude, als auch der Bedarf an Einsatzkräften exponentiell an, sodass im Landkreis Berchtesgadener Land dann jeden Tag rund 400 THW’ler arbeiteten.

Zum Schluss bedankte sich Konstantin Krause bei „seinen“ Helfern für die geleistete Arbeit. Außerdem wies er darauf hin, sich auch auf der Homepage www.thw-bgl.de über den THW Ortsverband Berchtesgadener Land zu informieren.

Wenn Sie das THW bei seiner Arbeit im Katastrophenschutz unterstützen möchten, freut sich der Ortsverband über eine Spende auf folgendes Konto: Kreisvereinigung der Helfer und Förderer des THW BGL e.V., IBAN: DE17 7105 0000 0000 9069 90, BIC: BYLADEM1BGL.

Ein gesonderter Bericht zu weiteren Grußworten und Ehrungen folgt.


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